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Monat: April 2019

Inforeihe: Iuventa – zwischen ziviler Seenotrettung und Repression

Inforeihe: Iuventa – zwischen ziviler Seenotrettung und Repression

23.05. „Iuventa – zwischen ziviler Seenotrettung und Repression“
19:00 Uhr – Archiv Potsdam – Leipziger Strasse 60
Referent_in: Iuventa Crew

Die Crew der IUVENTA hat 14.000 Menschen im Mittelmeer das Leben gerettet. Dafür droht ihnen eine Gefängnisstrafe von bis zu 20 Jahren.

Im August 2017 wurde das Rettungsschiff IUVENTA im sizilianischen Hafen von Trapani beschlagnahmt. Damit wurde eines der effektivsten Rettungsschiffe aus dem Einsatzgebiet vor der libyschen Küste abgezogen. Die Beschlagnahme war der Auftakt einer ganzen Reihe von Maßnahmen. Die zivile Seenotrettung im Mittelmeer ist faktisch nicht mehr existent – stattdessen begehen libysche Milizen als so genannte „libysche Küstenwache“ tagtäglich Menschenrechtsverbrechen. Die Konsequenz: die Todesrate ist so hoch wie noch nie zuvor. Das Leiden in den libyschen Lagern geht weiter.

Im Juni 2018, nur wenige Wochen nach dem das Bündnis aus Neofaschisten und Rechtpopulisten in Italien die Wahl gewann, wurde bekannt, dass nun auch gegen Teile der Crew der IUVENTA ermittelt wird. Im Falle einer Verurteilung drohen bis zu 20 Jahren Haft und eine Geldstrafen in Millionenhöhe.

Angeklagt sind einige wenige…gemeint sind aber wir alle! In ganz Europa wird die Solidarität mit MigrantInnen als Verbrechen ausgelegt:

– Rette Menschen vor dem Ertrinken und du bist ein Schleuser.
– Öffne einen Zufluchtsort für gestrandete Menschen in einem verlassenen Bahnhof und du bist ein unbefugter Eindringling.
– Gib Hungrigen Menschen Nahrung und du bist eine Bedrohung für die Hygienestandards.
– Kritisiere öffentlich gewalttätige Verhaftungen durch die Polizei und dein Verhalten ist eine Beleidigung.
– Baue kostenlose Sanitäranlagen und du verstößt gegen das Stadtrecht.
– Protestieren gegen eine Zwangsdeportation in einem Flugzeug und Du begehst gefährlichen Eingriff in den Flugverkehr.
– Dokumentiere eine illegale Vertreibung aus einer Unterkunft und Du wirst verhaftet.
– Widersetze dich repressiven Gesetzen und du bist ein Terrorist.

Im Namen der „nationalen Sicherheit“ oder der „nationalen Kapitalinteressen“ wird das Strafrecht zunehmend als Waffe eingesetzt um neofaschistische Politik mit juristischen Mitteln durchzusetzen.
Die Migration wird „als Mutter aller Probleme“ in den politischen Fokus gerückt. Aber die dahinterliegenden Mechanismen gehen uns alle etwas an!

Die Iuventa-Crew wird von der Beschlagnahme und die konkreten und unmittelbaren Auswirkungen im Einsatzgebiet vor der libyschen Küste berichten. Sie wird darüber erzählen wie abgehörte Telefone, verwanztes Schiff, verdeckte Ermittler gegen sie eingesetzt wurden um die Beschlagnahme und die anstehenden Prozesse zu legitimieren.

Sie wird aber auch von denen erzählen, die sich nicht einschüchtern lassen haben, von denen die ungeachtet der drohenden oder tatsächlichen Repression weiterhin solidarisch sind mit Menschen auf der Flucht.

Für mehr Infos checkt
https://solidarity-at-sea.org/

Diese Veranstaltung findet im Rahmen der Inforeihe von Ultrash Festival & Black Cat Tapes statt
www.facebook.com/blackcattapes161
www.facebook.com/ULTRASH.fest/
https://www.facebook.com/archivpdm/
https://www.facebook.com/diykollektivpotsdam

Inforeihe 2019

Inforeihe 2019

11.04.2019 Musik für unpolitische Nazis?

19:00 Uhr Rosa Luxemburg Stiftung Brandenburg – Dortustraße 53

Referent_in: Allgäu Rechtsaußen

Seit einiger Zeit biedern sich die »Prolligans« und ihr Label
»Subcultural Records« an eine vermeintlich unpolitische Skin- und
Punk-Szene an. Dabei ist das Label nicht mehr als ein Tarnverein für den
Nazi-Mailorder »Oldschool Records« und die Band ist eng verzahnt mit der
Neonaziszene im Allgäu, die Kontakte zum verbotenen aber dennoch aktiven
Nazi-Netzwerk Blood&Honour unterhält, das auch den NSU hervorbrachte.

Es ist ein Beispiel von vielen. Seit jeher versuchen Nazis,
(Oi-)Skinkultur politisch zu besetzen. Zum Teil sogar recht
erfolgreich. »If the kids are united…« war aber nie ein Angebot an die
Faschos. Damit das so bleibt, soll der Vortrag über die Ausflüge der
Rechtsrocker und ihr Netzwerk aufklären.

13.03.2019 “Wohnraum vergesellschaften – Strategien gegen die Mietenkrise”

19:30 Uhr Buchladen Sputnik – Charlottenstraße 26

Referent_in: Interventionistische Linke Berlin

Wohnen ist die neue soziale Frage: Fast überall explodieren die Mieten,
sind Wohnungsnot und Verdrängung an der Tagesordnung. Wurde anfangs noch
gegen Hipster und Studierende geschimpft, so haben viele inzwischen
begriffen, dass das Problem tiefer liegt: Wohnraum als Ware, die
Immobilie als Spekulationsobjekt sind der Grund für unsere Angst. Denn
die Eigentumswohnung ist nur für wenige der Besitzer ein Gebrauchswert,
den sie selber nutzen. Wer könnte auch 100.000 Wohnungen – so viele
besitzt Berlins größter Vermieter, die Deutsche Wohnen SE – selbst
bewohnen? Für sie und andere sind Wohnungen nur ein Geschäft.

Immer mehr Menschen wehren sich jedoch gegen die Krise und organisieren
sich in Mieter*innen-Initiativen. Und in Berlin plant die Initiative
“Deutsche Wohnen und Co. enteignen” einen Volksentscheid, um die
Wohnungen privater Großvermieter in Gemeineigentum zu überführen. Geht
das überhaupt? Ist die Vergesellschaftung von Wohnraum eine Lösung für
die Wohnungskrise? Und was muss noch passieren, damit wir zu einer Stadt
für alle kommen?

www.dwenteignen.de/

21.02.2019 “Was ist denn das für eine schwule Scheiße?” Homo- und Transphobie im Fußball und der Fankultur

19:00 Uhr Fanprojekt Babelsberg – Rudolf-Breitscheid-Straße 19

Referent_in: TBAF / FFGH

Nach der rechtlichen Angleichung der sogenannten “Homoehe” vermuten viele Menschen, für die queere Bevölkerung wären alle Probleme gelöst. Dennoch hört man immer wieder, dass Sportler*innen sich nicht trauen würden, ihre Identität/Sexualität offen zu leben. Warum ist das so? Welche gesellschaftlichen Mechanismen greifen auch im Fußballstadion? In diesem Vortrag sollen einige Grundlagen von Homo- und Transphobie besprochen, die Kommunikation von Fußballfans analysiert und die Frage: “Was können wir tun?”, besprochen werden.

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